Initiative Erwachsenenbildung – Bildungsfundament für alle?

Initiative EBIn Österreich haben sich Bund und Länder 2011 auf ein gemeinsames Programm zur Förderung der Basisbildung/Grundkompetenzen[1] geeinigt. Dieser Initiative liegt die „Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich“ zugrunde. Die folgenden Ausführungen konzentrieren sich auf den Bereich der Basisbildung, für den Bund und Länder in den letzten 3 Jahren etwa 20 Millionen Euro aufgewendet haben. Anfang 2015 startet die 2. Förderperiode der Initiative Erwachsenenbildung in Österreich – mit doppelt so viel Geld für die Basisbildung!
von Cäcilia Märki

Kostenlose Kurse für 15’000 TeilehmerInnen
In der dreijährigen Förderperiode von 2012 – 2014 waren 5000 TeilnehmerInnen pro Jahr in Angeboten der Basisbildung vorgesehen. Begleitende Monitoringdaten zur Umsetzung belegen einen weit grösseren Bedarf. Die ursprünglich definierten Zielwerte werden deutlich überschritten. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der PIAAC Studie für Österreich und der aktuellen Teilnehmerzahlen wird offensichtlich, dass die Bedarfsschätzung für die ersten drei Jahre zu gering war. Die 2. Programmplanungsperiode von 2015 – 2017 berücksichtigt diese neuen Grundlagen.
Der Programmbereich „Basisbildung/Grundkompetenzen“ der Initiative Erwachsenenbildung richtet sich an folgende Zielgruppen:

  • Personen mit Erstsprache Deutsch, welche die Schulpflicht erfüllt, aber keinen positiven Pflichtschulabschluss erreicht und Defizite in den Grundkompetenzen haben
  • Personen mit positivem Pflichtschulabschluss, die dennoch entsprechende Defizite aufweisen (z.B. sekundärer Analphabetismus, Diskalkulie,…)
  • Personen mit Migrationshintergrund und mangelnden Basis- und Grundkompetenzen


Einheitliche Qualitätsstandards für alle Angebote

In einem Programmplanungsdokument sind alle relevanten Anforderungen an die Akkreditierung von Bildungsmassnahmen detailliert beschreiben. Es legt die qualitativen Mindestanforderungen für Anbieter und Angebote fest, die in einem Akkreditierungsverfahren nachgewiesen werden müssen sowie die Modalitäten für die Finanzierung der Angebote.

  • Es sind Massnahmen von 100 – 400 Stunden vorgesehen.
  • Eine Kurseinheit von 50 Minuten wird mit 100 – 200 Euro gefördert.


EBSensibilität gegenüber der Förderung der Basisbildung gestiegen
Hinsichtlich der Teilnehmergewinnung gibt es auch in Österreich noch mehr Fragen als Antworten wie z.B.:

  • Trägt das koordinierte Vorgehen öffentlicher Institutionen zur Entstigmatisierung und damit auch zum leichteren Erreichen der Zielgruppen bei?
  • Welche Rolle spielt es für die potentiellen LernerInnen, dass das Angebot kostenlos ist?
  • Inwiefern trägt ein koordiniertes Vorgehen zwischen öffentlicher Hand und Anbietern zur Sichtbarkeit des Angebots bei?

Der Evaluationsbericht der ersten Programmphase wird Ende 2014 veröffentlicht, der neben quantitativen Daten zur Umsetzung der Initiative auch qualitative Informationen aus Tiefeninterviews mit TeilnehmerInnen zur Verfügung stellen wird. Es ist eine der Aufgaben der Initiative umfassende Daten über die Zielgruppen, ihren Bedarf und den Nutzen der derzeitigen Bildungsangebote bereit zu stellen, um die Angebote zielgruppenadäquat weiter entwickeln zu können.

 

Verdoppelung der finanziellen Mittel für 2015 – 2017 auf 40 Millionen
Die Anbieterstruktur hat sich in den ersten drei Jahren nicht wesentlich verändert. Es haben vor allem Organisationen ihr Angebot akkreditiert, die bereits im Feld der Basisbildung aktiv waren. Manche Organisationen, die bisher vorwiegend im Bereich des Nachholens des Pflichtschulabschlusses aktiv waren, entwickelten ihr Angebot neu auch im Bereich der Basisbildung. In der 2. Periode, nicht zuletzt durch die Verdoppelung der vorhandenen Mittel durch den Europäischen Sozialfonds von 20 auf 40 Millionen Euro, zieht die Initiative weitere Kreise und motiviert neue Akteure im Bereich der Grundkompetenzen Angebote zu entwickeln.

Die Finanziellen Mittel der 2. Periode sollen nach Angaben der Leiterin der Geschäftsstelle der Initiative Erwachsenenbildung auch in jenen Bereichen eingesetzt werden, in denen es den grössten Entwicklungsbedarf gibt: bei der Teilnehmergewinnung und der zielgruppenspezifischen Angebotsentwicklung.

Veranstaltungshinweis:
«Basisbildung in Österreich» – Umsetzung der Initiative Erwachsenenbildung

Datum: 25. September 2014 in Zürich
Teilnahme kostenlos
>> weitere Informationen

 

>> Initiative Erwachsenenbildung

[1] Sie umfasst auch den Bereich des Nachholens des Pflichtschulabschlusses und der Berufsreifeprüfung.

 

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